Morgenstunde (460. Blog-Notat)

Schöne neue Welt: Sahara-Staub wehte schon immer um die Welt, aber dass er für die Lunge problematisch ist, war mir bisher nicht wirklich bewusst. Feinstaub-Belastungen aus der Wüste haben wir also heute. Bis zu 40 Mikrogramm pro Kubikmeter in der Luft. Das erlaubte Tagesmittel für Feinstaub-Belastungen liegt in Deutschland bei 50 Mikrogramm, da ist der Rat der Wetterfrösche, heute nicht zu viel draußen rumzuturnen wohl erst zu nehmen. Haben wir das schon immer beachtet? Nee, haben wir nicht, es mussten erst viele Menschen daran sterben. Aber noch heute werden beispielsweise die Sahara-Staub-Partikel aus den allgemeinen Messungen herausgerechnet, eine beschönigende Augenauswischerei. Denn das Zeug ist genauso schädlich wie Feinstaub, der durch Autos oder Holzheizungen verursacht wird. Jährlich sterben in der EU rund 400 000 Menschen vorzeitig durch Luftverschmutzungen verursachte Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen. In Deutschland waren es 2020 über 70 000 Menschen. Ja, es gibt Bemühungen gewisse Standards einzuhalten, aber viel zu oft werden diese Grenzwerte überschritten und der Tod vieler Menschen „einfach“ hingenommen. In der Corona-Krise hat Deutschland bisher 69 170 Verstorbene, also beinahe genauso viele. Irgendwie herrschen sehr unterschiedliche Maßstäbe in den globalen Gesundheitsproblemen vor. Also hört besser auf die Wetterfrösche…

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