Morgenstunde (442. Blog-Notat)

Starke Windböen aus Süden am „3. Feiertag“, das heißt jede Menge Eichenlaub auf der Türschwelle. Der Wind fegt aus dem Park heraus, was die Stadtarbeiter liegen gelassen haben. Wenn es die Straße langsaust, sieht das wild aus, wie in einem alten Western. Ansonsten atmet das Schorfheidedorf Sonntagsstille. Ab und zu rattert ein Kleinkind auf elektromotorisierten Motorrollern vorbei und hebt dazu lässig die Hand zum Gruß, wie Artur auf dem roten Traktor. Schön, das mag ich. Das Fest ist rum, die Geschichten sind erzählt, die Braten gegessen und die Brettspiele gespielt. Gepokert haben wir auch, zu zweit, das geht schon. Eigentlich wollten wir heute das Terrassenöfchen (unser Weihnachtsgeschenk) ausprobieren, aber bei dieser Windstärke – lieber nicht. Zwischen den Jahren, das war immer die Zeit im Jahr, Freunde zu treffen, die Geschäfte ruhen zu lassen, wirklich die Privatsphäre mit Erlebnissen zu füttern – gibts es dieses Jahr auch nicht. So werde ich mich am Montag wieder an den Zeichenplatz setzen und mit der Reinzeichnung für das Auftrags-Buchcover beginnen. Von den acht Entwürfen entschied man sich für den Fünften und den Sechsten für den Rücktitel. Da hab ich zu tun.

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