Morgenstunde (434. Blog-Notat)

Drei Nebelkrähen wachen über die winterbrachen Gärten vor dem Schorfheidewald. Seit Jahren leben sie hier zu dritt. Der Umstand könnte eine Geschichte ergeben – irgendwann einmal. Jedenfalls klauen die Drei erfolgreich beim Überüberüber-Nachbarn Federviehfutter und weichen das harte Brot in unserer Bienentränke ein. Das macht gerade gar nichts, denn die Bienen fliegen unter 10 Grad nicht mehr. Aber ich mag es, wenn die Krähen einschweben und unser Tun aus den Baumwipfeln beobachten.
Vorsichtige Hoftorgeschäfte mehren sich in diesen Tagen. Honigfans und Bücherfreunde kommen zu uns, um fürs Fest einzukaufen. Das freut uns sehr. Natürlich wäre es schöner, sie zum Stöbern ins Atelier zu lassen, aber das verkneifen wir uns dieses Jahr, auch das besucherfreundliche Heißgetränk. Und so tragen wir, je nach Begehren, meine Bücher … und/oder die Honigverkostegläser in den Hof zum Freisitz… alles ganz regelkonform und mit Abstand. Schlottern ist dabei leider angesagt, der vor Wochen georderte Terrassenofen lässt immer noch auf sich warten. 
Alle anderen Aktivitäten sind nun endgültig bis Jahresende abgesagt. Bis gestern habe ich noch für einen Videodreh im Eberswalder Museum geübt. Sie hatten für den Advent eine Ausstellung mit meinen Sagenzeichnungen vorbereitet. Zur Eröffnung sollte ich dazu am Nikolaustag eine Lesung geben. Tja, mit dem erneuten Lockdown wurde daraus nichts, aber man wollte stattdessen eine virtuelle Ausstellung über die Museumswebseite geben, und ich sollte dafür einige Sagen einlesen. Doch gestern wurde auch das gecancelt, zu arbeitsaufwendig in der Kürze der Zeit. Nun denn…

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