Morgenstunde (1169. Blog-Notat)

Darf ich was fragen? So in die schweigende Runde: Ist das Beschreiben meiner Lebensumstände mit COPD verstörend? Womöglich gar lästig? Ich weiß es nicht. Damit begonnen habe ich, als ich bemerkte, dass meine Umwelt nicht verstand, weshalb ich so oder so reagiere und mich zurückzog. Es gab Besucher, die nicht begriffen, dass ich keine Lesungen oder gar Hoffeste mehr gebe. „Du musst doch als Künstlerin präsent sein!“ Nein, muss ich nicht mehr, wenn es nicht geht. Es ist keine Laune des Älterwerdens. Ich bin darüber eine Suchende geworden: Wie kann ich anders aktiv sein, mich mitteilen, mit Euch etwas teilen. Vielleicht hilft das Verstehen anderen durch diese Lungenkrankheit zu gehen, jeder 5. hat sie. Das ist so mein Antrieb und ich schreibe ja nicht unentwegt darüber. Also bitte helft mir, das richtige Maß zu finden. Danke, habt morgen einen schönen Feiertag!

Auf Facebook antwortete:

Karin Segura

Das passt schon alles, liebe Petra. Es ist doch für dich etwas befreiendes über deine Krankeit zu schreiben. Tue, was dir gut tut. Besser als sich zurück zu ziehen. Solange du uns etwas zu sagen hast bist du am Leben.
Mir hilft es auf jeden Fall mit meinen eigenen Unzulänglichkeiten umzugehen. Und die Achtsamkeit schult es allemal. Also, mir hilfst du mit dem Leben fertig zu werden. Ich bewundere deine Stärke, nicht aufgeben.✊️

Andre Jahr

Ja, Petra frage.

Manchmal ist das Schweigen mit einer gewissen Hilflosigkeit verbunden. Gestern ging mir das auch so, und da ich im Laden einen Haufen Arbeit hatte, habe ich später den Eintrag ob der Flut an Nachrichten nicht noch einmal aufgerufen.
Manchmal lese ich deine Beiträge ja auch erst später, wenn ich die Muse dazu habe.
Du selbst hast seit einiger Zeit dein Vorgehen auf FB geändert, indem du kommentarlos deinen Blogeintrag verlinkst. Das hat sich möglicherweise auf die Reaktionen hier auf FB und den Blog selbst augewirkt (Likes, Kommentare könnten weniger geworden sein, da b.B. der FB- Beitrag beim schließen des Blogs in der Timeline automatisch verschwindet, was nervt).
Ich finde es dennoch gut so, denn ich sehe ja bei mir selbst, daß viele Leute liken, ohne den Beitrag wirklich genau anzuschauen.
Ob du jemanden belästigt? Er muß es ja nicht lesen. Ich finde es gut, das du öffentlich mit deiner Krankeheit ungehst. Es hilft dir ganz bestimmt dabei mit ihr zu leben, auch mit der manchmal spürbaren Verzweifelung umzugehen und für die Leser ist es auch Aufklärung.
Das ist LEBEN.
Und für mich ist es auch Verbindung.
Also mach gern weiter so, solange du das möchtest, lass dich zart umarmen und bleib verbunden mit der Welt! 🥰

P.S.: Es kommen ja auch noch Beiträge und Geschichten, die die Lage reflektieren und das Fühlen unser Generation in diesem Land und der Welt.

Petra Elsner

Danke, mein lieber Andre für Deine Ermutigung! Und Du hast schon recht, ich musste das Verlinken zu FB ändern, weil FB die Fotos nicht mehr mit dem Link zog. Da war nur ein weißes Feld mit einer Zeile zu sehen, was kontraproduktiv war… deshalb dieser andere Weg. Aber seit ich so offen über COPD schreibe, kommen auf dem Blog inzwischen täglich mehr als 200 Leser an, die allerdings auch ganz selten, schriftlich reagieren. Sie lesen, immerhin. Ich nehme Deine Worte mit hinüber…

Reinhard Gundelach

Petra, ich bleibe ein treuer Dauerleser!
Petra Elsner

Reinhard Gundelach Das ist schön.

Arno von Rosen

Es fällt mir sehr schwer, auf solch traurige Nachrichten etwas zu antworten. Alles hört sich in meinem Inneren wie eine blöde Floskel an. In meinem Herzen nehme ich dich dann immer in den Arm, wir stehen in deinem Garten, sagen nichts und hören das Summen der Bienen ❤
Petra Elsner

Arno von Rosen Eine sehr schöne Vorstellung, daran werde ich mich zukünftig erinnern, wenn es mal wieder heftig ist: Ah, der Arno nimmt mich gleich in seine Arme 🙂. Danke.

Barbara Liebrenz

Liebe Petra, bitte schreib immer, wie es Dir geht. Es interessiert mich und ist mir wichtig. Und wenn es da geschrieben ist, ist es im Kopf leichter, so ab ich es immer wieder erfahren. LG
Petra Elsner

Barbara Liebrenz Mach ich, liebe Barbara. Und ja, ich teile Deine Erfahrung. LG

Bärbel Kaiser

Liebes, mir geht es wie Arno. Ich bin im Gedanken immer bei dir, mache dir Sorgen und wünsche immer nur, dass es dir nicht schlecht geht💖 Es ist gut, dass du es nicht in dich rein frisst!
Petra Elsner

Bärbel Kaiser Du weißt doch, ich trage mein Herz auf der Zunge…Sei umärmelt!