Morgenstunde (305. Blog-Notat)

Es ist so leise. Der Tod sitzt im Gebälk des Landes und die Angst geht um. Und doch sind da Stimmen, die herznah ihr DANKE singen, Kochen für die Helfer, an Zäune Essen in Tüten und Dosen für Bedürftige hängen. Die einen drucken Schilder, die anderen gehen für Alte und Kranke einkaufen… Das lässt uns Staunen, wo wir doch seit Jahren die Verrohung der Gesellschaft beklagen. Im Abstand kommt man sich wieder näher, denn die Herzen sprechen, wenn es ernst wird. Aber vielleicht ist das zu romantisch betrachtet, denn was die Kontaktsperre auch bewirkt haben wird, beispielweise an häuslicher Gewalt, werden wir erst hinterher zusammenzählen. Auch wer seine Kneipe, das freie Theater, den Tierpark, den Buchladen… für immer zugeschlossen hat, denn die Hilfen des Bundes/Landes, können nicht alle stützen und vor allem nicht ewiglich. Mit meinen 5-Minuten-Leszeiten, hoffe ich vor allem den Kleinverlag und sein Buchgeschäft Ehm Welk in Schwedt zu unterstützen und hoffe, die Eine oder der Andere bestellt etwas online bei ihnen. Das Familienunternehmen kann nur so überleben.
An mich hat diese Woche auch jemand gedacht: Plötzlich schepperte in die Hausstille das Telefon und eine Stimme gabt mir Arbeit: Eine illustrierte Ostergeschichte wurde bei mir bestellt. Ich konnte es kaum glauben, nach all den Absagen von Ausstellung und Lesungen. Vier Tage hab‘ ich daran geschrieben und gezeichnet, jetzt ist sie fertig, Ostern wird sie in einer Tageszeitung erscheinen. Einen Augenblick lang macht mich das richtig  froh…

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