Es ist Draußenzeit und doch werde ich immer wieder gebeten, mein Fotoarchiv zu durchsuchen. Eines meiner Fotos auf Facebook brachte die Sache vor zwei Wochen ins Rollen. Mein Sohn rief an und fragte, ob ich noch mehr von diesen alten Ansichten hätte, ein Freund wolle einen Fotokalender mit Stadtansichten von Zeuthen gestalten, ehrenamtlich. Da habe ich stundenlang gesucht und alte Bilder im Photoshop bearbeitet und dabei flogen die Gedanken weit weg… Der Freund war ganz außer sich vor Freude und hatte naturgemäß weitere Wünsche. Manche konnte ich erfüllen und wäre ich nicht Anfang der 90er gedrängt gewesen, von diesem Westgrundstück, auf dem ich 35 Jahre lebte, wegzuziehen, hätte ich niemals diese Aufnahmen geschossen… Sie sollten für mich Erinnerung sein. Ich glaube, niemand ist seinerzeit durch Zeuthen gewandert, um die abgetakelten Häuser zu fotografieren… Dieses Suchen und Finden gut 30 Jahre später hat wirklich Laune gemacht. Mich befiel dabei Sehnsucht nach den alten Lebenskreisen, den Freunden, den Nachtgesprächen, der Aufbruchstimmung 1989 – unwiederbringlich. Aber die Fotos gibt es noch… und aus dem Nachsinnen entstanden die MINIATUREN „Die Schreibmaschine“ und „Versehrte“.

