Als Kind spielte ich mit allen Kindern, die im Sandkasten saßen. Wir lernten uns zu fetzten und zu vertragen. Auf dem Schulhof begegneten sich noch alle Schichten und wir lernten unser Anderssein zu akzeptieren. Alle Meinungen, die da waren. Als wir aus der Schule kamen, hatten wir ein gutes Gespür dafür, was es alles gibt unter uns Menschen.
Heute sind die Wahrnehmungen andere: Kinder wachsen in „Filterblasen“ auf, Familien lassen in ihrem Umfeld nur Gleichgesinnte zu und jetzt sehen wir die Blüten, die das treibt. Man hat in den vergangenen 15 Jahren die unbequemen Meinungen ignoriert, bis sie so mächtig wurden, dass die bewährten Meinungshoheiten ins Wanken gerieten. Und um die „Brandmauer“ hochzuhalten, entstanden u.a. diese unseligen Meldestellen, die unverhohlen zum Denunziantentum aufrufen, um ihre Demokratie zu schützen, nicht unser aller Demokratie. Das hätte sich die Stasi nicht gewagt. Die agierte verdeckt. Aber ganz offen Andersdenkende zu canceln und damit existenziell zu bedrohen, das ist so eine Giftblüte dieser Zeit und sie wuchert grundgesetzwidrig:
Artikel 5: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Das Gebäude „Demokratie“ bröckelt heute aus der Mitte heraus oder besser gesagt von Innen. Es ist ein Unding, dass der Kulturkampf im Lande so abgehoben und ideologisiert ausgrenzt. Es ist einfacher sich zu verweigern, oder besser gesagt feige, nicht die Debatte im gesamten Gesellschaftsraum zu führen.
