Morgenstunde (451. Blog-Notat)

Geschenkte Lebenszeit, gibt es etwas Größeres? Ich glaube nicht. Ich war heute bei diesem wunderbaren Lungenspezialisten in der Berliner Charité, der ungewöhnliche Wege wagt – aus purer Mitmenschlichkeit. Gut 14 Jahre habe ich Kortison- und Notfallsprays von diversen Lungenärzten verschrieben bekommen, immer im Abwärtstrend (obgleich seit 14 Jahren Nichtraucherin) und letzten Sommer konnte ich es spüren, dass nicht mehr viel Zeit bleiben würde. Dann gab es zwei ungewöhnliche Experimente, die den Asthma-Anteil auf meiner COPD dämpfen sollten. Das Erste mit Nucala wollte nichts bringen, aber das Zweite mit Dupixent – heute wurden 40 Prozent Lungenfunktion gemessen, das sind 10 Prozent mehr als in der Ausgangssituation und etwa 1 Liter mehr Sauerstoff pro Atemzug. Ein keines Wunder, dass sich durchaus gleich nach der ersten Injektion Ende Oktober ankündigte. Ich bin heute ein glücklicher Mensch, denn eins ist Fakt, es ist ein Winterwert, er könnte im Sommer vielleicht sogar noch besser ausfallen. So viel Atemluft hatte ich die letzten Jahre nicht und ich muss schon sagen, es war wohl das größte Glück diesem Arzt bei einer meiner Lesungen begegnet zu sein. Die letzte Lungenärztin, die mich behandelte, die sprach mit mir, als würde die letzte Ölung gleich bevorstehen, mehr meinte sie nicht zu tun können. Ich bin doch inzwischen sehr erstaunt, was möglich gewesen wäre, wenn …

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