Morgenstunde (1220. Blog-Notat)


Dort, wo meine großen Bilder seit zwei Jahren in weiße Tücher gehüllt schlafen, lagern nun auch bis zum Frost eigene Äpfel und Kartoffeln von Haralds Feld. Unsere Nachbarn schenkten uns zwei Kartons voll. Prächtige Teile. So ist das hier. Der Herbst ist üppig: Da bringt mir Regina noch heißen eingekochten Saft, Jürgen bietet Birnen an und Jens schenkt uns selbst geangelten Fisch aus Norwegen… Die Nachbarschaft verteilt, was sie überflüssig hat und lässt möglichst nichts umkommen. Es ist einfach herrlich, erst recht mit diesem Sonnenwetter überall dem geschäftigen Treiben. Wenn der Frost kommt werden wir wieder das Obergeschoss ausschließen. Die Äpfel und Kartoffeln lagern dann frostsicher auf der dunklen Treppe. Ist nicht mehr lange hin…
Samstag ist Kürbisfest im Dorf, die Kiste mit Kleinigkeiten aus dem Atelier zum Verkauf durch Sabine ist gepackt. Da fühle mich gleich nicht mehr so verloren mit all meinem Zeugs… Auch die Preise für Quizz und Kürbisgewinner holte der Kulturverein bei mir. Das hilft, denn die neugierigen Bilder-Bücher-Gucker schauen nur noch sehr selten rein. Ist es mein Alter oder die Zeiten, gewiss was von beidem – was solls. Die Menschen haben schwerer zu tragen, verloren ist die Leichtigkeit …

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