Morgenstunde (170. Blog-Notat)

Sonnenuntergang. Foto: Petra Elsner

Lichtes Grau liegt noch über diesem Sonntag der Entscheidungen für oder gegen Europa. Ich hätte es gerne, wenn die Freizügigkeit bliebe und das Miteinander länderübergreifend. Aber ich wünschte mir auch, dass dieses Gemauschel aufhörte, dieses Pfuschen, weil immer zuerst billig und dieses Bürgerferne. Ich wünschte mir verantwortlichen Umgang mit den Erd-Ressourcen. Alle Kraft in die Forschung für eine effizientere Energiewirtschaft ohne Raubbau. Ich erwarte einen respektvollen Umgang mit den Menschen, keine Gängelei, keinen Altersrassismus, Entwicklungschancen für alle… und ich wünschte noch sehr viel mehr.
Im Kleinen spüre ich, dass mir mit reichlich 65 Jahren die Kraft und die Schönheit abhandenkommen. Ein verlöschender Sonnenuntergang. Bin mit dem Abwägen der daraus folgenden Konsequenzen noch nicht gedanklich durch. Aber gewiss ist, ich muss unbedingt leiser treten – irgendwie, was nicht heißt, dass ich aufhören werde illustrierte Geschichten zu erfinden. Die Kreativität bleibt bis zum Schluss. Aber ich muss mich nicht mehr mit anderen messen… Fragt mich doch der Reporter vom Uckermarkkurier diese Woche am Telefon als wäre es ein Makel, eine Krankheit: „…und Sie sind wirklich schon 65 Jahre alt?“ Was antwortet man darauf? „Ja, schön, nichtwahr?“ Na, ist nicht wirklich schön, aber der fatalistische Lauf der Dinge halt. Nun denn, jetzt gehe ich erst mal wählen, denn ich habe ja noch Wünsche offen…
Habt einen schönen Sonntag alle miteinander!

Himmelsfarben.

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2 Antworten zu Morgenstunde (170. Blog-Notat)

  1. (…dieses Pfuschen, weil immer zuerst billig und dieses Bürgerferne…)
    Sehr schön geschrieben, auch alles andere im Beitrag.

    Viele Grüße
    Carl Weltwitz

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