Morgenstunde (1160. Blog-Notat)

Verlierer der Woche? Die arbeitende Bevölkerung. Meine Güte hat die Politik dieser Tage einen Aufreger nach dem nächsten ausgespuckt: Basisrente, Leistungskürzungen der Krankenkassen, Abschaffung der Familienmitversicherung, Eindampfen der Pflegerade, Verlängerung des Bezahlmodus in Pflegeheimen… Wir seien zu bequem geworden raunt der Kanzler. Kinner ne! Was hier dickfällig und kostentreibend geworden ist, ist das Staatswesen mit immer längeren Planungsverfahren und bürokratischen Kontrollsystemen. Arbeit ist hierzulande von Jahr zu Jahr intensiver geworden und konzentriert immer mehr Aufgaben auf eine Person. Ich habe selbst erlebt, dass mit dem Aufkommen von Bildschirmarbeit und dem digitalen Bild ganze Berufsgruppen verschwanden (Bildbearbeitung, Archiv, Buchhaltung, Sekretärin, Layout) und alle diese Arbeiten dem schreibenden Redakteur zugeschoben wurden. Bei gleicher Bezahlung. Nur ein Beispiel für Intensivierung der Arbeit. Diese Menschen sind nicht bequem. Es ist Aufgabe der Politik, die Voraussetzungen für Produktivität am Standort Deutschland zu schaffen. Mich wundert es nicht, dass die Deutschen auch das wieder mit sich machen lassen, aber so still? Warum gehen die Leute nicht auf die Straße? Wer Angst hat, stellt keine Forderungen… So zielen die Reformen nur einseitig aufs Abspecken der Existenzbedingungen der arbeitenden Bürger und nicht des Beamtenapparates. Trotz Krieg erhöhte die Ukraine zum 1. März die Renten und Versicherungsleistungen um 12,1 Prozent. Ich weiß nicht, wieviel auch dafür der deutsche Steuerzahler berappt und es wäre mir auch egal, wenn die Regierung ihre eigenen Bürger sichtbar wertschätzen würde. Den Eindruck hinterlässt sie nicht.

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