Morgenstunde (322. Blog-Notat)

Tropfendes Grau vorm Fenster. Ich schreibe einen Nachruf fürs Dorf. Es ist schon der Zweite in wenigen Wochen, ich bin darin ungeübt und hoffe, da schleicht sich nicht was ein… Trauerrednerin wäre kein Job für mich, ich würde mehr heulen, als die Angehörigen. Weiß ich aus Erfahrung, denn als ich vor vielen Jahren bei einer Vernissage in der Reichenbacher Rathausgalerie (Oberlausitz) eine Laudatio vorgetragen bekam, die ich selbst geschrieben hatte (!), löste ich mich wahrlich auf, als die Textstelle kam, die meinen Großvater, den Heimatmaler Alfred Gansel postum berührte und ehrte. Ich bin also ungeeignet, nur die Wortfinderin, aber mein Mitgefühl lässt diese Worte nicht so leicht fließen, denn Trauertexte sind Schwerstarbeit. Und weil das so ist, hab ich mich hernach davon geschlichen in etwas Neues, den Anfang einer Erzählung, darin ging es mir gleich wieder besser…

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