Immer noch Frost am frühen Morgen. Gestern habe ich im Teich einen Frosch entdeckt, der wohl in den Sonnenstunden das Erwachen probiert hat und dann wieder eingefror. Ich hoffe, er überlebt das. Da habe ich mir in den letzten Wochen was antrainiert: Halb acht aufstehen (sonst wird es gerne 10 Uhr) , mit einem Glas Tee vor den Computer schleichen und schreiben bis zum Mittag. Es ging mir gut damit und im Grunde könnte ich augenblicklich so weitermachen, aber das Leben ruft. Man wird es kaum glauben, wir sind noch beim Wegpacken des Weihnachtsschmucks. Gestern kam der letzte Lichterbogen aus dem Wohnküchenfenster dann. Wir lieben dieses schöne Winterlicht, drum darf es gerne bis Lichtmess stehen… ist auch lange vorbei. Aber Kinner nee, hat der Staub eingefangen. Die Figuren sind aus nicht so glattem Sperrholz gesägt und das hält gut fest. Das Abstauben habe ich lieber im Freien mit einem großen Pinsel besorgt. Wirklich mit Wolkenbildung 😊. Jetzt fehlt nur noch die Spieldose, die trällert in den letzten Tagen ziemlich oft „Stille Nacht“, die Feder muss vor dem Wegpacken die Spannung verlieren. Ja, Weihnachtsmenschen sind seltsam, ich weiß…
Kategorie: Morgenstunde – Blogkolumne
Morgenstunde (1142. Blog-Notat)
„Herr, schick mir einen Gärtner!“, war gestern mein Wunschflehen, als ich die Hundert Meter vom Kräuterhügel schnaufend zum Haus ging. Der angeschaffte Unkrautjäter mit Stiel taugt für diese Flächen nicht. Der ist nur nützlich auf flachen Beeten, aber nicht für diesen kleinen Feldsteingarten. Heute beim Morgenkaffee meinte ich zum Liebsten, dass wir den Hügel, samt Wasserlauf und Kleinteich aufgebeben sollten. Er macht die meiste Bück-dich-Arbeit überhaupt im Garten und so schön, wie er mal aussah, wird es nicht mehr werden. Der Liebste nickte: Das habe er gestern auch schon gedacht. Mein Sohn fragte neulich, was er helfen könnte, das wird dann sein Projekt: Abtragen und Einebnen. Die Kräuter und Sedum-Pflanzen werde ich vorher entnehmen und in Töpfe geben. Die über Jahre zusammengetragenen Feldsteine werden am Rande einen Steinhügel bilden, da kann die Ringelnatter einziehen. Was solls, wenn man einen gestalteten Ort nicht erhalten kann, muss er weichen. Mich berühren solche Abschiede sehr. Die COPD in diesem Stadium fordert ihren Tribut.
Mein Tageskapitel ist heute bereits geschrieben, weil wir nachmittags nach Prenzlau wollen. In der Novelle Flüsterton geht es aufs Finale zu, vielleicht noch ein oder zwei Seiten, dann ist diese leise Geschichte auserzählt. Es werden etwa 40 Heftseiten sein. Bei diesem Umfang braucht es keine weiteren eigenständigen Geschichten, um das Format auszufüllen. Die bereits vorhandenen Miniaturen nehme ich in die nächste Winterklausur mit. So geht es manchmal, denn eigentlich hatte ich ja die Idee: Miniaturen und gestaltete Lyrik in dieser Klausur zu thematisieren. Stattdessen wuchs da eine Novelle. Nach der Endkorrektur kann ich die Broschüre layouten und es folgt meine Lieblingsarbeit😊: Drucken, falten und beschneiden. Die wundersame Vermehrung meiner Text- und Zeichenarbeit😊 zum Klausurende. Aber noch ist es nicht soweit…
Hier geht es zu den Lesekostproben:
Flüsterton (1)
https://www.schorfheidewald.de/oeffentliches-schreiben-an-einer-geschichte/flusterton-1/
Flüsterton (2)
https://www.schorfheidewald.de/oeffentliches-schreiben-an-einer-geschichte/klausur-woche-iii-2/
Zu den anderen Heften der EDITION.
Morgenstunde (1141. Blog-Notat)
Tag 30 der Schreibklausur und sieben Seiten weiter. Meine Freundin Ines, hat indes schubweise alles und in Windeseile Korrektur gelesen und ganz einfühlsam redegiert. Es ist ein Glück, sie an meiner Seite zu wissen und ich bin ihr sehr dankbar dafür. Wenn die Gesellschaft bröckelt, stehen wir oft ohnmächtig vor dem Scherbensalat und wissen nicht, was wir tun können. Es sind diese sehr individuellen Handlungen für einen Anderen, die es uns ermöglichen, aus dieser beklemmenden Stimmung herauszukommen. Gesellschaftlich aktiv zu sein, heißt nicht unbedingt, auf eine Demo zu eilen, es ist die Pflege der menschlichen Bindungen, die uns weiterhilft. Schritt um Schritt. So wächst wieder eine wackere Schicksalsgemeinschaft, die wir alle brauchen, um auf uns zu setzen und nicht nur trügerisch zu hoffen…
Mein öffentliches Schreiben an der Novelle „Flüsterton“ endet indes, denn es sollte schon noch Neugier auf das ebenfalls entstehende handgefertigte Künstlerheft geweckt sein. Ich hoffe, für 10 € plus Versandt, kann ich einige von Euch, wenn die Handproduktion abgeschlossen ist, interessieren. Das Feedback ist ja bisher recht übersichtlich, da weiß man nicht so recht…
Dieses Wochenende mache ich Schreibpause. Die milde Luft und das Sonnenlicht tun mir gut. Nur bei den versuchten Verrichtungen im Garten, merke ich: Zweimal Bücken, x-mal Schnaufen. Aber: Jede Bewegung bringt was, es muss nicht immer Blut und Schweiß heißen, es können auch sanfte Tai-Chi-Atemübungen sein 😊.
Weil aber das Bücken die Atmung abklemmt, habe ich mir gestern einen Unkrautjäter mit Stiel bestellt. Der verheißt, Unkrauten im Stehen ginge😊. Vielleicht ist es nur Tinnef, möglicherweise aber hilft mir das Teil, meinen kleinen Kräuterberg zu entkrauten… wenn nicht, muss ich ihn aufgeben. Habe schon letzten Herbst begonnen, Kräuter im Korb ans Haus zu holen… und dabei eigentlich nur an den Winter gedacht. Es wird sich ergeben, einen schönen Sonntag alleseits!
Hier geht es zu den Lesekostproben:
Flüsterton (1)
https://www.schorfheidewald.de/oeffentliches-schreiben-an-einer-geschichte/flusterton-1/
Flüsterton (2)
https://www.schorfheidewald.de/oeffentliches-schreiben-an-einer-geschichte/klausur-woche-iii-2/
Morgenstunde (1140. Blog-Notat)

Tag 21 der Schreibklausur und fünf Seiten weiter. Auf dem Papier komme ich voran, im Leben, naja. Die Minusgrade könnten endlich gehen, damit ich nach draußen kann und mit Sonne und Licht vielleicht besser atme. Es sind beladene Tage, denn wir beiden müssen erst mal lernen, damit zu leben: 25 Prozent. Ich spürte es schon seit drei Wochen, schnell trieselig, noch mehr Pausen. Aber wenn es ausgesprochen wird, ist das wie eine Wucht. Und man steht an diesem Abgrund und weiß nicht, wie lange es einen dort hält. Das steckt im Hinterkopf, während wir weiter machen. Der Liebste hat Ansaat-Erde mitgebracht, da werde ich am Wochenende Tomaten, Gurken, Paprika in den Minigewächshäusern aussäen, eine Vorausschau auf die wärmere Zeit…
Woche II

Morgenstunde (1138. Blog-Notat)
Die zweite Woche neigt sich – ich will ein Lebenszeichen „funken“. Der Einstieg in einen längeren Text kostet mich gewöhnlich etwas mehr Anschub-Energie. Es galt erst einmal den Story Pot zu finden und zu strukturieren. Dazu klauten mir plötzlich Termine zwei Tage. Aber jetzt läuft die Geschichte und zehn Seiten sind zu „Flüsterton“ geschrieben. Es wird wohl wieder eine Novelle werden.
Heute kam noch eine (für mich) stressige Computer-Installation von „Zoom“ hinzu. Wird gebraucht, um an einem WEBbinar der Verwertungsgesellschaft Wort teilnehmen, um mögliche Text-Tantiemen überhaupt melden zu können. Alles wird von Jahr zu Jahr komplizierter, zeitraubender und blutdrucktreibend. Aber ich habe letzte Woche im „Handbuch der Klosterheilkunde“ eine Teemischung gefunden, die nervös bedingten Blutdruck senkt. Wen das auch interessiert, die Zusammensetzung lautet: 40 g Johanniskraut, 25 g Melissen-Blätter, 30 g Schafgrabe, 5 g Arnikablüten. Einen Esslöffel auf die Tasse, 10 Minuten ziehen lassen. Kann man mehrfach am Tag trinken, mir hilft der Tee nach Albträumen mitten in der Nacht oder bei kurzweilig bedingtem Stress. Tabletten ersetzt er nicht, aber er nimmt die Spitzen im Moment. Noch was?
JA: Proteine. Mein Sohn brachte mich darauf, doch ich war zunächst skeptisch und zögerte. Weil aber die Pfunde wieder purzelten, habe ich mich eingelesen und fand die Info, dass alternde Menschen einen Proteinbedarf hätten, wie Leistungssportler. Nein, ich werde es nicht übertreiben, aber hoffe, mit diesen Drinks den Muskelaufbau zu unterstützen, zumindest den Verfall aufzuhalten. Bin jetzt bei 49 Kilo, immerhin 😊 vier mehr als im Sommer… Alles klar, in diesen Wochen geht es um mehr als NUR ums Schreiben. Habt es gut alle miteinander!
Morgenstunde (1137. Blog-Notat)
Winterstill. Die zweite Seherin ist gestern entstanden. Das gespachtelte Kleinformat könnte zum Titelblatt einer Textsammlung werden. Noch ist es nicht entschieden. Zum Wochenende werde ich einsteigen in die Schreibzeit dafür. Weil ich bei diesen Temperaturen wenig vor die Tür komme, habe ich mein Qi Gong Training wieder aufgenommen, damit die Muskeln nicht weiter verschwinden und ich stabil bin. Dazu ein paar Dehnungen gegen die Verspannungen, die Computerarbeit mit sich bringt und schon kanns weitergehen. Habt einen guten Morgen allerseits…
Morgenstunde (1136. Blog-Notat)
Sonntagskaffee. Den ließen wir uns damals nie nehmen, selbst in der allergrößten Hatz. Es gab Redebedarf als 1990 meine damalige Zeuthener Freundin Bärbel nach ihrem einjährigen Arbeitsaufenthalt in der Schweiz zurückkam. Ich hatte ihre Zimmerpflanzen am Leben gehalten, aber das Land, dass sie kannte, gab es nicht mehr. Und obgleich ich versuchte, ihr die Geschehnisse des Wendeherbstes und den Wandel danach in Briefen zu erklären, es gab Fragezeichen. Bärbel zog damals lebensklug ganz klare Schnitte: Sie steckte ihren Doktortitel für Philosophie in die Schublade und bewarb sich schlicht als Mitarbeiterin bei einem Landesamt. Sie hatte ihren Machiavelli (Der Fürst) verstanden und wusste, in ihrem Fach würde sie nach dem Systemwechsel nie wieder Fuß fassen. Ich hab das im Grunde erst jetzt begriffen, dass sie mit ihrem klaren Kalkül, die sichere Wahl getroffen hatte. Wahrscheinlich war es leichter, den Niedergang mit räumlichem Abstand zu betrachten, als sein Herzblut in den Wandel und die Wendeprojekte zu stecken. Als ich 1992 das Mietshaus auf dem Zeuthener Westgrundstück verließ und nach Berlin zog, versiegte unsere Freundschaft, wie so vieles in dieser Zeit. Die Lebensbündnisse hatten sich verloren. Dieses alte Foto erzählt noch, während wir längst schweigen.
Lesetipp: Wende-Strudel
Morgenstunde (1135. Blog-Notat)
Wenn mich in den letzten Jahren eine politische Rede wirklich angestoßen hat, dann war es die von Kanadas Premier Carney vorgestern in Davos. Inmitten weltpolitischer Tollheiten benennt er klar den Bruch der Weltenordnung und zeigt auf, wie die Mittelmächte darauf reagieren können. Er meint, dass „Konformität keine Sicherheit bringt“ und verdeutlicht das Phänomen, indem er Václav Havel zitiert. Der schrieb 1978 „einen Aufsatz mit dem Titel ‚Die Macht der Machtlosen‘. Darin stellte er eine einfache Frage: Wie konnte sich das kommunistische System aufrechterhalten?
Seine Antwort begann mit einem Gemüsehändler. Jeden Morgen hängt dieser Ladenbesitzer ein Schild in sein Fenster: ‚Arbeiter aller Länder, vereinigt euch!‘ Er glaubt nicht daran. Niemand glaubt daran. Aber er hängt das Schild trotzdem auf – um Ärger zu vermeiden, um Konformität zu signalisieren, um sich anzupassen. Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Straße dasselbe tut, bleibt das System bestehen.
Nicht allein durch Gewalt, sondern durch die Teilnahme gewöhnlicher Menschen an Ritualen, von denen sie insgeheim wissen, dass sie falsch sind. Havel nannte dies ‚Leben in einer Lüge‘. Die Macht des Systems beruht nicht auf seiner Wahrheit, sondern auf der Bereitschaft aller, so zu tun, als wäre es wahr. Und seine Fragilität hat denselben Ursprung: Wenn auch nur eine Person aufhört, so zu tun – wenn der Gemüsehändler sein Schild entfernt –, beginnt die Illusion zu bröckeln. Es ist an der Zeit, dass Unternehmen und Länder ihre Schilder abnehmen…“
Ich will und kann nicht alles aus dieser Rede, die ein Zukunftsmodell bereithält, hier besprechen, aber dieser Verweis auf Havel erzählt etwas, was wir Ostdeutschen gut kennen und wir wissen auch, wie es ausging.
Ach, ich hätte mir gewünscht, unser Redner hätte die Tragweite Carneys Vision erkannt … Die ganze Rede
Morgenstunde (1134. Blog-Notat)
Als das Weihnachtliche abgeschmückt war, lag da wieder dieses Abendschwarz hinter dem Glas und auch meine kleine, wechselnde Buchauslage versank nur im Schatten. Da hatte das Adventsfenster ein Nachspiel, denn für die Beleuchtung kaufte ich eigens eine kleine batteriebetriebene Notenständerleuchte, die nun zu neuen Ehren kommt: Sie beleuchtet in den Abendstunden die Bücherauslage, die sagen will: Schaut doch mal rein. Klar, es ist kein üblicher Dorf-Laden in den man unbekümmert eintritt. Man muss schon Klingeln 😊. Aber ja, dass ist und wird meine Zukunft: Von diesem Atelierraum heraus agieren. Die kalte Winterluft macht mir das Unterwegssein echt beschwerlich und da ich Erkältungswellen meiden muss, komme ich auch nicht mehr zu Veranstaltungen. Gewiss, ich gehöre zu einer aussterbenden Spezies. Die Bedürfnisse der Nachwachsenden wandeln sich gerade extrem schnell und dieser Wandel ist übertönt von einer gefährlichen Weltenlage, die viele nur noch ratlos macht. Wer hat da noch Muße? Aber wie auch immer, hier leuchtet noch ein Licht…
Morgenstunde (1133. Blog-Notat)
Es ist Sonntagmorgen und ich hocke mit meinem Kaffee irgendwie erschöpft von der Heizungsreparatur zum Jahresstart. Das waren wirklich zehn unbehagliche Tage und die gilt es irgendwie abzustreifen. Man mag es kaum glauben, da habe ich gestern Abend, getrieben von dem Wunsch nach Behaglichkeit, mit dem Entwurf meines nächsten virtuellen Adventskalenders angefangen. Und heute werde ich dazu Zeichnen. Nicht am Stück 24 Bildchen, das würde mein Klausur-Projekt Ende Januar durcheinanderbringen, aber ein paar Tage und übers Jahr immer mal wieder. So wird das Schaustück „Weihnachtsgeister“ (nicht von Dickens) für die Adventszeit 2026 wachsen. Habt einen feinen Sonntag alle miteinander 😊…








