Fortsetzung (4): Die Mohnfee…

… Die kleine Mohnfee fühlte sich unbeschützt auf dieser weiten Reise. Bisher hatte sie immer die Blütenschwestern an ihrer Seite. Diesen Beistand vermisste sie. Am Abend erreichte sie den hohen Norden. An einer schroffen Bergwand ragte ein flacher Felsvorsprung wie ein Dach aus dem Massiv. Darunter schlief Flabell ein. Aber sie hatte eine unruhige Nacht. Immerzu huschten flackernde Lichter um sie herum. Kleine, kichernde. Aber das Flügelmädchen war zu erschöpft, den seltsamen Gespinsten nachzuspüren.
Im Erwachen entdeckte die Mohnfee eine schmale Spalte unter dem Felsendach und eine schwache Zeichnung. Ein Schattenfall darüber ließ eine alte Sonnenuhr erkennen. Ob sie hier richtig war? Flabell fingerte sich vorsichtig in das Dunkel. Der schmale Einlass öffnete sich zum steinbehauenen  Gang, in den ein fahles Licht fiel. Dieses Schimmern des Gesteins verströmte eine heilige Ruhe, die der Mohnfee jegliche Furcht nahm. So lief sie immer weiter in den Berg hinein …

Aufrufe: 777