Sagenhafter Barnim (22) Die Sagenbearbeitung der Woche

Die Riesen am Parsteinsee

Das Hünenmädchen am Parsteinsee. Zeichnung: Petra Elsner
Das Hünenmädchen am Parsteinsee.
Zeichnung: Petra Elsner

Man sagt, am Parsteinsee lebten vorzeiten wilde Riesen. Sie seien um etliches größer gewesen als alle ihre Nachkommen. Diese mächtigen Hünen warfen oft gelangweilt mit Felsbrocken um sich und hinterließen bei ihren kraftvollen Steinwürfen immerwährende Fußabdrücke. Alle Berge haben sie geschaffen, tiefe Schluchten und selbst die Landseen gruben sie mühelos aus. Weil die meisten Riesen vom Naturell her eher faul waren, bauten sie sich später viele Abkürzungen in die Landschaft.
Am Parsteinsee kann man noch die Überreste eines solchen Bauwerks erkennen, dass einst ein Hünenmädchen unvollendet hinterließ. Es war gut 60 Fuß hoch und wollte sich einen Damm aufschütten, der es trockenen Fußes von Bölkendorf nach Brodowin bringen würde. Das Hünenmädchen schleppte zwei Schützen voller steiniger Erde herbei und warf je eine Last an beiden Uferseiten ab. Diese Aufschüttungen sind bis in die heutige Zeit als Landzungen gut erkennbar. Als die junge Riesin jedoch zum der dritten Mal mit einer Ladung Erde am See eintraf, stolperte sie und fiel so hart, dass sie sich ein Bein brach. Im Fallen flog die Erde schwungvoll mitten in den See, und aus der Schürzenladung wurde die Insel Parsteinwerder.

(Nach Peter K. Stumpf, aufgefrischt und erweitert von Petra Elsner)

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