Fortsetzung (8): Die Mohnfee …

… Rastlos durchstöberte die Mohnfee den Berg. Und obgleich sie dabei vollkommen allein war, fühlte sie den weisen Ton ihrer inneren Stimme. Die gab ihr Mut für den nächsten Schritt. Doch irgendwann trat sie vor einen tiefen Abgrund. Links und rechts führte kein Weg vorbei. Flabell hockte sich an den Rand des Schlundes und starrte ängstlich in das finstere Bodenlose. Dort unten kicherte etwas. Umso länger sie hinab sah, desto lauter wurde es und schwoll zu einem schrillen Gelächter an. Höhnisch und voller Verachtung. Die Fee fröstelte. Dieses böse Lachen nagte an ihr. Will mir denn keiner helfen, dachte sie bei sich und seufzte. Urplötzlich hockte ein alter, weißhaariger Bergkobold neben ihr. Der starrte ebenfalls eine Zeitlang in die Tiefe, dann brummte er: „Fürchte dich nicht. Du brauchst diesem Schlund nicht auf den Grund gehen. Du musst in der Zeit zurück wandern, um den Unfug der Lichtkobolde aufzuheben. Steck die Begebenheit in diesen Sack, binde ihn fest zu und werfe ihn in diesen Abgrund. Dann ist alles, wie es war.“
Der Alte lächelte väterlich und Flabell wagte sich zu fragen, ob er der Wächter der grauen Vorzeit sei. Er nickte, schwieg dann zeitvergessen, bis er sich zu einer grauen Wolke verflüchtigte…

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